Datsun 240Z „Fairlady“

Versteckte Werte

Versteckt zwischen einem Mercedes 208 Feuerwehr-Bus und einem durchaus sehr gepflegten 280Z in weiß, der mich allerdings nicht sonderlich beeindruckte, stand er da, einfach so. Bei strahlender Sonne erregte der Datsun in seinem orange-leuchtenden Blechkleid sofort meine Aufmerksamkeit und ich begann mit der näheren Betrachtung:

In dieser verlockende Pose weckte die Fairlady meine Aufmerksamkeit.
In dieser verlockende Pose weckte die Fairlady meine Aufmerksamkeit.

Außen hui und innen?

Haube auf, mein Puls begann zu steigen. Schon der Motorraum präsentierte sich in diesem völlig unangetasteten Zustand dem man ansieht, dass er nie wirklich schlechter ausgesehen hat.

Auf dem Luftfilterkasten sind alle originalen Aufkleber vorhanden.
Auf dem Luftfilterkasten sind alle originalen Aufkleber vorhanden.

Der Kniefall, jenes eigenartige Getue europäischer Auto-Narren, das die meisten amerikanischen Autoverkäufer zur Frage bewegt ob man etwas verloren hat, da man auf den Knien rund um’s Auto rutscht. Der Blick unter den Wagenboden ist aus der Sicht der Amerikaner völlig überbewertet! Wen interessiert es schon wie es untenrum aussieht, Hauptsache die Karre glänzt wie eine Speckschwarte! Wow, was für ein Ausblick! Keine Roststellen und unter der Schmutzschicht verbarg sich auch hier das Orange der Außenlackierung. Die gesamte Bodengruppe zeigte sich in perfektem und rostfreien Zustand. Das gesamte Fahrwerk war zwar dreckig aber man konnte bereits erkennen, dass die meisten Teile nach der Reinigung makellos aussehen würden. Der Blick in die Radkästen zeigte das gleiche Bild, unter dem Schmutz der letzten 39 Jahre eine saubere, unangetastete Substanz. Schon zu diesem Zeitpunkt war klar, dass der Datsun, was sein Blechkleid anging, bestens war.

IMG_0713Schweller, Boden und Rahmen kein Rost! Der Innnenraum war unangetastet und das Armaturenbrett riss- und kratzerfrei. Eine fehlende Blende des linken Fahrersitz-Scharniers und der Meilenstand auf dem Tacho waren die einzigen Indizien dafür, dass der Datsun in den letzten 40 Jahren überhaupt bewegt wurde. Der Meilenstand, orig. 31747 Meilen, ca. 52.000 Km. Als nächstes zeigte uns der Besitzer noch kurz die Bordunterlagen, die sogar noch, die damals vom Händler mitgelieferte „Owners-Card“ enthielt! Zu diesem Zeitpunkt war klar, dass dies definitiv eine „schlafende Schönheit“ war, die nur darauf wartete wachgeküsst zu werden.

Der klassische 240Z Fahrerarbeitsplatz.
Der klassische 240Z Fahrerarbeitsplatz.

Wie Samt und Seide

Den Choke ganz gezogen, reagierte er auf das betätigen des Zündschlüssels, nach wenigen Umdrehungen des Anlassers, mit diesem wunderbaren Sechzylinder-Sound. Einige Minuten später konnte der Choke zurückgenommen werden und der Motor lief mit 700 Umdrehungen ruhig im Leerlauf. Nun folgte die Probefahrt. Sauberes beschleunigen in allen vier Gängen, begleitet von diesem heiser klingenden Motorengeräusch bei höheren Drehzahlen. Der Blick aus dem Cockpit über die lange Haube nach vorne auf die Straße schrie danach, den Rest des Tages hinter dem originalen Drei-Speichen-Holzlenkrad zu verbringen, um auf den Straßen Pennsylvanias  dem Sonnenuntergang entgegen zu fahren.

Wir haben für Sie den Weg freigemacht und laden Sie ein, diese Außergewöhnliche „Fairlady“ wach zu küssen und Ihr ein neues Leben zu schenken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.